- Definition und Häufigkeit
- Anatomie und Funktion
- Ursachen und Risikofaktoren
- Vorbeugung
- Früherkennung
- Symptome
- Diagnose
- Therapie - Übersicht
- Therapie - Fortgeschrittener Darmkrebs
- Erkrankungsverlauf
- Reha und Nachsorge
- Besonderheiten
- Künstlicher Darmausgang
Darmkrebs geht meist von Drüsenzellen der Darmschleimhaut aus. Das ist die Zellschicht, welche die Innenwand des Darmes auskleidet. So lange der Tumor noch klein ist, beschränkt er sich auf diesen Bereich. Mit zunehmendem Wachstum dringt er aber in die darunter liegende Darmwand ein und befällt schließlich auch umliegendes Gewebe und Lymphknoten. Dabei können sich einzelne Zellen von der Geschwulst lösen und in Blutbahnen und Lymphgefäße eindringen. Mit dem Blut- und Lymphstrom gelangen sie in andere Organe. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren; es entstehen Tochtergeschwülste (Metastasen). Metastasen können unter anderem in der Leber oder Lunge auftreten.
Je nach Ausbreitung des Tumors spricht man von verschiedenen Stadien (Entwicklungsstufen) des Darmkrebses. Die Einteilung erfolgt nach bestimmten Normen, für die hauptsächlich drei Gesichtspunkte maßgebend sind:
Entwicklungsstufen - TNM-Klassifikation
Man verwendet deshalb auch den Begriff TNM-Klassifikation.
Ziffern hinter den Buchstaben geben genauere Hinweise auf die Ausdehnung des Tumors (T1-4), Zahl und Lage der befallenen Lymphknoten (N0-2) und das Vorhandensein oder Fehlen von entfernten Metastasen (M0 und M1). T1 N0 M0 würde in diesem Fall also bedeuten, dass es sich um einen kleinen Tumor der innersten Darmwandschichten ohne Lymphknotenbefall und Metastasen handelt.
Weitere Punkte, die bei der Einteilung berücksichtigt werden, sind:
- die Beschaffenheit des Krebsgewebes (Grading). Sie gibt Hinweise auf die Aggressivität des Tumors.
- die Radikalität der Operation (R)
Für T (Tumor) gibt es folgende Bezeichnungen:
T1 = Der Primärtumor erstreckt sich nur auf die innersten Schichten der Darmwand (Mucosa und Submucosa).
T2 = Der Primärtumor erstreckt sich zusätzlich auf die Muskulatur der Darmwand.
T3 = Der Primärtumor erfasst das Bauchfell oder wächst in benachbartes Gewebe ein.
T4 = Der Tumor erfasst benachbarte Strukturen.
Die Bezeichnungen zu N (Nodi = Knoten) lauten:
N1 = Der Tumor erfasst ein bis drei benachbarte Lymphknoten
N2 = Der Tumor erfasst vier oder mehr benachbarte Lymphknoten
Für M (Metastasen) gibt es folgende Einteilung:
M0 = kein klinischer Nachweis von Tochtergeschwülsten
M1 = Fernmetastasen nachweisbar
Es ist bekannt, dass heute in der Regel Darmkrebs auf der Basis von gutartigen Polypen entsteht. Dies erklärt die Sinnhaftigkeit der Vorsorgeuntersuchungen mit Koloskopie und Abtragung von Polypen. Wenn in diesen Polypen Krebszellen entstehen, so können sie zu diesem Zeitpunkt endoskopisch entfernt werden, solange sie die Basis des Polypen nicht erreicht haben. Hat sich dann bereits ein bösartiger Tumor entwickelt, der die Darmwand befällt, so kann dieser Tumor nur noch durch eine Operation geheilt werden.
Fachliche Beratung
Prof. Dr. Becker
Georg-August-Universität Göttingen
Klinik und Poliklinik für Allgemeinchirurgie
Copyright 2008, Deutsche Krebsgesellschaft e.V., www.krebsgesellschaft.de
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