(NAM) Bei der chirurgischen Behandlung eines Mammakarzinoms müssen mitunter auch die Lymphknoten der Achselhöhle entfernt werden (Axilladissektion). Etwa ein Viertel der Patientinnen entwickelt in der Folge – meist innerhalb eines Jahres nach der Operation – ein Lymphödem des betreffenden Armes. Hat sich der Flüssigkeitsstau erst einmal manifestiert, ist die Therapie meist langwierig und mühsam. Es macht daher Sinn, einem Lymphödem rechtzeitig vorzubeugen.
Spanische Wissenschaftler haben untersucht, ob eine Physiotherapie dazu geeignet ist. Das Team um Maria Torres Lacomba von der Alcalá de Henares Universität in Madrid beobachtete 120 Brustkrebs-Patientinnen, bei denen eine Axilladissektion durchgeführt worden war. Die Hälfte von ihnen erhielt wenige Tage nach der Entlassung aus der Klinik eine dreiwöchige Physiotherapie sowie Informationen zur Prävention des Lymphödems und zur Therapie. Die 60 Frauen der Kontrollgruppe bekamen lediglich Informationen zum Lymphödem. Zum Physiotherapie-Programm gehörten manuelle Lymphdrainage, Narbenmassage und Training der Schultermuskulatur.
Nach einem Jahr litten insgesamt 18 Frauen unter einem Lymphödem des Armes. In der Kontrollgruppe waren es 14 (25 Prozent), in der Physiotherapiegruppe dagegen nur vier (sieben Prozent). Dies entspricht einer Risikoreduktion um 72 Prozent. Außerdem hatten sich Lymphöde bei den Frauen ohne Physiotherapie nicht nur häufiger, sondern auch viermal schneller entwickelt. Als Risikofaktoren für ein Lymphödem des Armes nach Axilladissektion ermittelten die Forscher Übergewicht und die Entfernung von mehr als zehn Lymphknoten. Selbstverständlich empfehlen die Studienautoren angesichts ihrer Resultate, dass Brustkrebs-Patientinnen nach einer Lymphknotenentfernung präventiv Physiotherapie erhalten sollten. JG
Eine Meldung der Nachrichten Agentur Medizin
Quelle: BMJ (2010); 340: b5396
Abstract: http://www.bmj.com
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